Publikationen

Seit 2010 forscht Dr. Ingvild Richardsen zur Frauenbewegungen, feministischen Themen, Erinnerungskultur, jewish heritage, NS Zeit und modernen Kunstbewegungen (wie z.B. Jugendstil). Dazu sind mehrere Publikationen, Artikel und zahllose Beiträge erschienen.

Leidenschaftliche Herzen, feurige Seelen –Wie Frauen die Welt veränderten

Die Entdeckung des Selbst: Ein ungeschriebenes Kapitel der Frauenbewegung. In den 1890er Jahren entsteht in München eine Frauenbewegung, die das Fenster zur Moderne aufstößt. Neue Rollen von Frau und Mann werden ausgetestet, neue Formen der Sexualität gelebt. Im Zentrum stehen Künstlerinnen, die sich von Naturalismus und Jugendstil inspirieren lassen und wirkungsvoll an die Öffentlichkeit treten. Sie vernetzen sich deutschlandweit – auch mit progressiven Männern – und kämpfen für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. »Es lebe die Freiheit … wir schaffen uns selber unser Recht.«
Ingvild Richardsen stellt die Protagonistinnen dieses euphorischen Aufbruchs vor und erzählt ein zentrales Kapitel deutscher Emanzipationsgeschichte.

Erschienen im Fischerverlag am 25.9.2019
Leseprobe
Artikel: „Das eigene Gesetz in der Brust tragen“

Evas Töchter – Münchner Schriftstellerinnen und die moderne Frauenbewegung 1894-1933

„Modernsein heißt für die Frau ein eigenes Gesetz in der Brust tragen.“ So brachte die Schriftstellerin Carry Brachvogel 1912 die moderne Frauenbewegung, die für gleiches Recht auf Bildung, Beruf und Eigenständigkeit eintrat, perfekt auf den Punkt.
Dass München zwischen 1894 und 1933 zum Zentrum dieser Bewegung in Bayern wurde, ist heute kaum mehr bekannt. Damals prägten beeindruckende Frauen wie Anita Augspurg, Emma Merk, Marie Haushofer, Sophia Goudstikker, Carry Brachvogel, Helene Böhlau, Emmy von Egidy und viele mehr als Künstlerinnen und Frauenrechtlerinnen die Stadt. Sie alle waren Mitglied im Verein für Fraueninteressen, dem Flaggschiff der Bewegung. Visionär war ihr Anspruch, eine Erneuerung der Gesellschaft nur gemeinsam, nicht in Gegnerschaft zu den Männern zu erreichen.
Der Band „Evas Töchter“ zeigt das Leben und Wirken jener Frauen, die an vorderster Front für die Emanzipation in Bayern eintraten: Bislang unbekannte Fotografien, Briefe, Skizzen und biografische Dokumente ermöglichen intime Einblicke. Texte renommierter Autoren erläutern die historischen Hintergründe.
Eine kleine Sensation ist die Erstveröffentlichung des von Marie Haushofer verfassten Festspiels „Culturbilder aus dem Frauenleben“  und der dazu erstellten Szenefotografien der Fotografin und Regisseurin Sophia Goudstikker, das 1899 zum krönenden Abschluss des ersten Allgemeinen Bayerischen Frauentags aufgeführt wurde.

Erschienen im Volk-Verlag am 1.4.2018

Frei und gleich und würdig – Die Frauenbewegung und der Erste Bayerische Frauentag 1899

Um 1900 etablierte sich in Bayern, ausgehend von München, eine einzigartige Szene „moderner Frauen“, die – unterstützt von fortschrittlichen Männern – ihre politischen Ziele mit Kunst und Literatur verbanden und sich für Frauenrechte und Emanzipation engagierten. Frauenrechtlerinnen und Schriftstellerinnen wie Anita Augsburg, Carry Brachvogel, Marie Haushofer, Emma Merk u.a. waren bekannte Persönlichkeiten ihrer Zeit, sind aber heute nur noch einem Fachpublikum bekannt. Die Erinnerung an sie wurde durch die Nationalsozialisten weitgehend ausgelöscht. Daher ist es auch ein wichtiges Anliegen der vorliegenden Publikation, den beeindruckenden Frauen und Männern dieser Zeit ein Denkmal zu setzen.

Erschienen bei der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit am 1.10.2019

Die Fraueninsel.
Auf den Spuren der vergessenen Dichterinnen von Frauenchiemsee

Ausgewählte Werke der Künstlerinnen Emma Haushofer-Merk, Carry Brachvogel, Eva Gräfin Baudissin und Marie Haushofer werden erstmals wieder zugänglich gemacht.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Fraueninsel im Chiemsee zum Fixstern auf der kulturellen Landkarte Bayerns: Eine aktive Künstlerkolonie, bestehend aus Malern, Schriftstellern und Dichtern, die von der Schönheit der Insel und der uralten Inselkultur schwärmten, bereicherte das kleine Eiland. Beinahe vergessen ist heute, dass auch Frauen Teil dieser Kolonie waren – zu ihrer Zeit bekannte Schriftstellerinnen und Frauenrechtlerinnen.
Ausgewählte Werke von vier dieser Künstlerinnen sind hier erstmals ver sammelt: Emma Haushofer-Merk schrieb über den Zauber der Fraueninsel, Carry Brachvogel setzte ihr in journalistischen Essays ein feinsinniges Denkmal. Marie Haushofer hielt die besondere Atmosphäre der Insel in Aquarellen und poetischen Versen fest und Eva Gräfin von Baudissin lockte nicht nur englische Touristen an den Chiemsee.
Aus der Perspektive dieser außergewöhnlich modernen und politisch engagierten Künstlerinnen öffnet sich der Blick auf ein kleines Paradies. Ergänzt werden ihre Originaltexte um Hintergründe zu ihren Biografien, zu der bewegten Zeit, in der sie lebten und arbeiteten, und zur alten Kultur der Fraueninsel. Einmaliges Bildmaterial – darunter bislang unveröffentlichte Werke aus den  Künstlerchroniken der Insel – ermöglicht die Reise in eine unbekannte Vergangenheit.

Erschienen im Volk-Verlag im Frühjahr 2017

Publikationen anderer Autoren

Ab nach München – Künstlerinnen um 1900
Das Buch zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum,

12.09.2014–15.02.2015

Ab nach München! schreibt Gabriele Münter 1901 in ihr Tagebuch, nachdem eine Freundin ihr von der Damen- Akademie erzählt hat. So wie sie zieht es um 1900 zahlreiche junge Frauen aus dem In- und Ausland in die Stadt, die neben Paris als eines der großen Zentren für zeitgenössische Kunst gilt. Der Zugang zur Königlichen Akademie der Bildenden Künste ist Frauen zu diesem Zeitpunkt zwar noch verwehrt, doch bietet München mit der auf weibliche Eigeninitiative hin gegründeten Damen-Akademie und anderen Institutionen wie beispielsweise der Debschitz-Schule attraktive Alternativen zur Ausbildung im künstlerischen Bereich. Die Ausstellung gibt erstmals einen Überblick über das künstlerische Schaffen dieser Frauen. Gezeigt werden Arbeiten bekannter wie unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Möbelkunst, Schmuck, Glas, Keramik, Porzellan, Textilien und Fotografie.
Das Buch enthält zahlreiche Artikel von Dr. Graham Dry.

Erschienen bei Süddeutsche Zeitung Edition am 6.9.2014